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Kunsthof Vicht: Nach 14 Jahren ist endgültig Schluss
Die Namen aller Künstler, deren Werke bei der aktuellen Ausstellung im Europäischen Kunsthof Vicht zu sehen sind, aufzuzählen, würde wohl den Rahmen sprengen.

Der Versuch, die Verschiedenheit der Exponate zu kategorisieren, indem man Zuordnungen wie informelle Kunst, abstrakte Malerei, Realismus, im- oder expressionistische Werke oder avantgardistische Arbeiten bemüht, würde kläglich scheitern und vor allem der Schau „50 + 1” nicht annähernd gerecht werden.

Werke namhafter Künstler
Es ist die 51 Tage andauernde Finissage des Europäischen Kunsthofs in Vicht, der am Sonntag, 21. Oktober, nach 14 Jahren endgültig die Pforten schließen wird. Bis dahin wartet die Künstlerin und Galeristin Angelika Kühnen noch einmal mit einer Ausstellung auf, bei der Zeichnungen, Skulpturen, Malerei in Öl und Acryl, Lithographien, Objekte, Holzschnitte und vieles mehr präsentiert werden.

Namhafte Künstler wie Joseph Beuys, Jörg Immendorf, Karl Otto Götz und Sigmar Polke begegnen dem Betrachter. Die Werke von Milovan Radjonic, Karina Hubrich, Norbert Tadeusz und nicht zuletzt Hartmut „Hacki” Ritzerfeld hinterlassen bei den Kunstfreunden in Vicht ein letztes Mal ihren Eindruck, ihre Spuren - so wie es in fast eineinhalb Jahrzehnten an dem Kupferstädter Kunststandort immer wieder geschah.

Ob die Plastiken von Jems KokoBi und Lothar Scheffler oder die Exponate von Felix Droese, Karl Hofer, Horst Becking, Tom Wagner und Joe Brockerhoff - teils seien es spezielle Arbeiten, teils die Künstler selbst, die eng mit der Geschichte des Europäischen Kunsthofs verknüpft seien oder eine persönliche Bindung zu ihr selbst hätten, erklärt Kühnen, die das Ende des „Kunst- und Lebensabschnitts Vicht” mit ein wenig Wehmut empfindet: „Es war eine großartige Zeit hier im Kunsthof, und für mich geht bald ein sehr schöner Weg zu Ende.” Zu bisweilen melancholischen Emotionen der Galeristin gesellt sich die Euphorie des Aufbruchs, denn Kühnen macht sich auf einen neuen Weg, wobei sie der Stolberger Kunstszene erhalten bleibt.

Seit die historische Hofanlage in Vicht vor zwei Jahren den Besitzer gewechselt hat, suchte sie nach einem geeigneten Objekt. „Meine Voraussetzung für einen örtlichen Neuanfang war, dass die neue Galerie in Stolberg sein musste. Wunschlagen waren Alt Breinig oder die Hostetstraße in Büsbach”, beschreibt Angelika Kühnen. Wunschgemäß wird sie nun ab November den neuen Kunsthof in dem Haus Hostetstraße 52-54 betreiben. „Darauf freue ich mich besonders wegen der Nähe zu meinem langjährigen künstlerischen Gefährten Hacki Ritzerfeld und zu meinem Sohn, der in dem historischen Straßenzug lebt. Auch den Fernblick aus dem Garten werde ich genießen”, sagt Kühnen.

Auf 300 Quadratmetern wird sie künftig in Büsbach ausstellen, malen und wohnen. Ihrem bisherigen Konzept wolle sie dabei treu bleiben: „Es wird weiterhin Ausstellungen mit renommierten Künstlern sowie jungen Talenten, die gerade im Begriff sind, sich einen Namen zu machen, geben. An dem intensiven Dialog mit den Künstlern, Sammlern und Besuchern halte ich ebenfalls fest.”

Bis zu dem Beginn des neuen Weges in Büsbach bleibt der lohnenswerte Besuch in Vicht, denn „50 + 1” steht nicht für die Ausstellungsdauer von 51 Tagen, sondern auch für 51 Künstler und für „50 + X” Exponate, deren Vielfalt ihresgleichen sucht.

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http://www.aachener-zeitung.de/lokales/stolberg/kunsthof-vicht-nach-14-jahren-endgueltig-schluss-1.444534#plx974503293
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Foto: D. Müller