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Pablo Picasso

Pablo Picasso gehört zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Seine Bilder hängen weltweit in den namhaftesten Museen und Sammlungen. Selbst einfache Zeichnungen und Skizzen erreichen bei Auktionen fünf- bis sechsstellige Summen. Pablo Picasso war ein Künstler, der immer wieder versucht hat, sich neu zu erfinden, indem er seine Motivwelt mit den unterschiedlichsten Techniken und Materialien darstellte. Angelika Kühnen war immer schon begeistert von Picassos Gesamtwerk. So hat sie im Kunsthof mehrfach Werke dieses Genies ausgestellt. Sehr erfolgreich war vor allem die Ausstellung „Picassos Linolschnitte“. Nun ist es Angelika Kühnen erneut gelungen, ein wichtiges künstlerisches Thema in Picassos Leben als Ausstellung zu konzipieren: „Picassos Keramikarbeiten“.

Picasso in Vallauris
Im Kunsthof in der Hostetstraße 54 werden Blätter von insgesamt 18 keramischen Arbeiten präsentiert. Es handelt sich hierbei um eine äußerst seltene Sammlung von Bildern, die zur ersten Keramik-Ausstellung Picassos im November 1948 angefertigt wurden.
Pablo Picasso lebte in den Nachkriegsjahren 1946/47 überwiegend an der Cote d`Azur. Dort lernte er die Töpfer Susanne und George Ramié kennen. Seine junge Lebensgefährtin Francoise Gilot brachte in dieser Zeit den Jungen Claude zur Welt, Picassos 3. Kind. Picasso blieb jedoch mit seiner Frau Olga weiterhin verheiratet. Aus Neugierde beobachtete Picasso immer öfter, wie seine Freunde, die Ramié, in ihrem traditionellen Töpferhandwerk behaftet waren. Schließlich ließ es ihm keine Ruhe mehr und Picasso begann, aus dem Ton von Vallauris in der Töpferei „Madoura“ Figurenkreationen nach eigenen Vorstellungen zu formen. Fast ein ganzes Jahr lang machte er nichts anderes mehr. Zu Beginn waren es vorwiegend Teller, bevor er sich immer mehr an Vasen und andere Gefäße wagte. Susanne und Georges Ramié brannten die Kunstwerke Picassos anschließend in ihren Öfen. Es wurde eine intensive Zusammenarbeit, die ca. 8 Jahre andauerte. Alleine in den ersten beiden Jahren bis Ende 1948 entstanden so ca. 1.500 keramische Arbeiten. Picasso ritzte mit einem Pinselkiel oder sogar mit seinen Fingernägeln Bildmotive in die Tonmasse. Mit der anschließenden Bemalung und Lasierung der Objekte waren die Kunstwerke dann fertig.

1. Keramikausstellung November 1948
Für die erste Keramikausstellung Picassos im November 1948 wurden 149 Objekte ausgesucht. Das Ehepaar Susanne und Georges Ramié waren von den Werken derart begeistert, dass sie zusammen mit Albert Skira eine Kunstmappe mit gesamt 18 der ausgestellten Keramikteller Picassos herausbrachten. Diese aufwendigen Fotoarbeiten wurden per Hand in den ovalen Tellerformaten geschnitten und auf einen speziellen Karton montiert. In einer kleinen Auflage erschien das Mappenwerk am 30. November 1948 erstmals in Genf und am 15. Dezember nochmals in Paris, jeweils in französischer Sprache. Eine weitere Auflage erschien anschließend mit deutschem Text. Picasso hatte zusammen mit den Ramié die Motivauswahl getroffen. Picassos Art war es auch, jeweils für Bücher und Mappenwerke eine eigene Grafik zu entwerfen. So gestaltete er für diese Kunstedition einen besonderen dreifarbigen Einband. Das zu bedruckende Papier wurde für diese kleinen Auflagen mit Hand in die Druckmaschinen eingelegt und die Farben gelb, schwarz und grün nacheinander aufgebracht. Durch Abweichungen im jeweiligen Druck sind diese Lithografien seltene Unikate. Für seine Freunde signierte Picasso einige Exemplare nach der Druckfertigstellung und zu den anschließenden Ausstellungen. Die Zeichnungen Picassos auf den Tellern sind seine bekannten Motive: Stiere und Stierkampfszenarien, Stilleben, Faune, Gesichter und natürlich die Taube.
1949 brachte seine Freundin Francoise erneut ein Kind von Picasso zur Welt, Paloma. Und im gleichen Jahr erschien seine Taube auf dem offiziellen Plakat des Weltfriedenskongresses in Paris. Diese Taube wurde weltberühmt und machte Picasso zum Maler der „Friedenstaube“.
1950 wurde Picasso für seine Verdienste um die Wiederbelebung des Töpfereihandwerks in Südfrankreich Ehrenbürger von Vallauris. Diese wunderbare Ausstellung im Europäischen Kunsthof dürfen Kunstliebhaber nicht verpassen.

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