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Jems Robert Koko Bi

Manifest von Jems Robert Koko Bi

Wenn man als afrikanischer Künstler im Okzident lebt, als afrikanischer Mensch in Afrika geboren und aufgewachsen ist, ist es möglich, dass es manche Realitäten gibt, die nicht kontrollierbar sind. In mir waren zwei Phänomene, die sich gegenseitig ausbreiteten, aber auch bekämpft haben. Diese Auseinandersetzung habe ich täglich erlebt. Es ging um die Geschichte und den Raum.

Der Raum ist die Umgebung, in der ich mich heute befinde und die Geschichte ist zum einen meine Kultur, die Afrikanische und das Leben, das mich täglich betrifft. Wie ein Schatten begleitete sie mich überallhin. Doch die Geschichte gewann immer mehr Platz, aber auch der Raum wollte dominieren. Hier die Gebäude, die Strassen, die Menschen formen ein Ensemble, welches von einer klar durchgezogenen Linie repräsentiert wird. Der sehr strukturierte Raum, in dem ich mich täglich bewege, fasziniert mich so, dass er Dominanz bekommt. Ich hatte mich fast als Opfer in diesem Kampf gefühlt, aber die Subtilität der Überschneidungen in beiden war für mich ein Mittel, um beide Kräfte zu vereinen. Wenn ich mich bemühte, die Geschichte zu bekämpfen, hätte ich sicherlich meine Spur verloren. Andererseits, wenn ich gegen den Raum kämpfte, hätte ich riskiert, das Gleichgewicht zu verlieren. Deshalb musste ich beides akzeptieren, beides erkennen als tatsächlichen Teil eines Schrittes in meinem Leben. Glücklicherweise sind neue Impulse durch diese Vereinigung entstanden. Ich habe versucht, bei dem Material, welches ich für meine Arbeiten benutze, eng am Ursprung zu bleiben.

Holz ist faszinierend, lebendig, warm und anwesend. Es ermöglicht das Spiel der Formen, die Konfrontation zwischen Volumen und Leerraum, das Positiv und das Negativ. Dieses Spiel ist für den klar strukturierten Raum Ausdruck gebend. Während der Arbeit beginnt ein neues Erlebnis mit ihm. Ich bemühe mich, jede Minute zu jeder Zeit, um seine originelle Form und meine Idee, um sie zusammen auf einen gemeinsamen Punkt zu bringen.

Alles was mich täglich begleitet, in meiner Heimat, in meinem Kontinent oder draußen in der Welt, all das was meine Ideen und meine Persönlichkeit betrifft, ist die Quelle jeden Impulses. Ich habe nicht vor, die Welt zu erneuern. Was ich aber machen kann, ist mich selbst täglich zu erneuern, um der Welt zu zeigen, was sie für mich ist. Vieles was mich berührt, löst innere Probleme aus. Was ich mir bei der Arbeit vornehme, ist in erster Linie, diese Probleme zu lösen und mein Sein zu bewahren.

Jems Robert Koko Bi

Biografie

  • 1966 geboren in Sinfra - Elfenbeinküste / Côte d´Ivoire
  • 1986 – 1988 Studium der spanischen Geschichte, Universität Abidjan.(C.I.)
  • 1988-1995 Studium an der Kunstakademie Abidjan - INSAAC
  • 1992 Diplôme National des Beaux- Arts an der Kunstakademie Abidjan
  • 1994 Diplôme Supérieur des Beaux- Arts an der Kunstakademie Abidjan
  • 1992-1995 Werkstatt Klaus Simon in Abidjan
  • 1994-1996 Befähigungsnachweis „CAPEAS“ für das höhere Lehramt in Abidjan
  • 1997 DAAD Stipendium und Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Klaus Rinke
  • 2000 Meisterschüler bei Prof. Klaus Rinke
  • Seit 2000 freischaffender Holzskulpturenkünstler
  • Mehrfacher Preisträger auf der DakArt in Dakar
  • Zahlreiche Skulpturen im öffentlichen Raum

Performance

  • 2001: Rückkehr der Kinder von Gorée, Dakar-Gorée, Sénégal (Katalog +Film)
    On change de terre: Kunst Akademie Düsseldorf
    «Zwei Spuren, ein Weg», Anne Berlit, Koko Bi, alte Synagoge, Essen
    Die andere Seite der Kette, Kettenschmiedemuseum, Fröndenberg
  • 2002: Galère Biennale Dakar 2002
    «Galère 2», Camouflage, The Centre of contemporary Art of Southern, East and West Africa. Brüssel, Belgien
  • 2003: «Chemin de l´épreuve», Havana Biennale Cuba
  • 2004: «Mea culpa», Kind zum Vater, Joucas en Provence, Frankreich
  • 2006: Menschen Erde Waldkunst Pfad

Ausstellungen

  • 1995:
    - Werkstatt Klaus Simon, Abidjan
    - Künstler gegen AIDS, Centre Culturel Français, Abidjan
    - Musée d´Art Contemporain Cocody, Abidjan (Katalog)
    - Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg, (Deutschland) (Katalog)
    - Städtische Museen, Heilbronn, (D.) (Katalog)
    - Haus der Kulturen der Welt, Berlin, (D.) (Katalog)
    - Schlossmuseum, Gotha, (D)
  • 1996:
    - Goethe Institut, Abidjan, (C.I.)
    - EWOLE 96, Centre Culturel Français, Lomé, Togo.
    - ARTEFACT 96, Abidjan, (C.I.)
  • 1997: ARTEFACT 97, Abidjan, (C.I.)
  • 1998: - Städtische Museen, Heilbronn, (D.) (Katalog)
    - Iwalawa-Haus, Universität Bayreuth, (D.)
  • 1999:
    - Traumfabrik, Galerie Sparkasse Mülheim an der Ruhr, (D.)
    - Europäischer Kunsthof Vicht, Stolberg, (D.)
    - Kunstspur, Atelier, Altendorferstrasse107 Essen,( D)
  • 2000:
    - Mitglied im Wirtschaftsverband bildender Künstler,(WBK), Essen,(D.)
    - Forum 2000
    - DAK´ART 2000 Biennale Dakar, Sénégal. (Katalog)
  • 2001:
    - Städtische Galerie Kaarst, (D)
    - Paradis obscur, Forum Bildender Künstler Essen, (D) (Katalog)
    - Künstler gegen Gewalt und Ausgrenzung, Landtag Düsseldorf.
    - Bau-Kunst, Essen erlebt Architektur, Modelausstellung.
    - Die andere Seit der Kette, Atelier Projekt Kettenschmiedemuseum Fröndenberg (D) (Katalog)
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Ausstellungen

  • 2002:
    - DAK´ART 2002 die Biennale Dakar- Sénégal (Katalog) - ASSIMILATION Atelier vor Ort Anne Berlit und Koko Bi eine Zusammenarbeit mit der Galerie ATISS, Dak ´Art die Biennale Dakar und dem Kulturministerium Dakar und Sénégal (Katalog)
    - Musée de Dakar (Sénégal) (Katalog)
    - «Kunstströme» Rhein und Moskwa (Russland) (Katalog)
    - Bau-Kunst, Essen erlebt Architektur (Katalog)
    - "Weg zur Kunst" , Eschweiler
    - Galerie Europäischer Kunsthof Vicht Aachen
    - Düsseldorfer große Kunstausstellung NRW Museum Kunst Palast Düsseldorf (Katalog)
  • 2003:
    - ART SANS FRONTIERE, Palais Abbatial, Saint-Hubert, ( Belgien )
    - "Blick nach Afrik" (Heilbronn) Künstlerbund Heilbronn e. v.
    - "Carrefour", GEA Bochum
    - Wifredo Lam Contemporary Art Center, Heighth Havana Biennial. (Havana-Cuba)
    - Düsseldorfer große Kunst Ausstellung, Museum Kunst Palast Düsseldorf ( Katalog)
  • 2004:
    - Sculpteurs d´ailleurs, Intenational Symposum & Ausstellung, Abbaye De Bon Repos, Saint-Gelven, Frankreich.
    - "Skulptur- Skulptur", international Bildhauersymposium, Joucas en Provence, Frankreich Musée de l´espace Francois Mitérand, Gingamp, Frankreich
  • 2005:
    - Skulptur Draussen?, Köln , Deutschland
    - "Kunst am Baum", im Städtischen Museum, Gelsenkirchen, Deutschland
    - "Zaunwelten" Museum für Kommunikation, Berlin, Deutschland
  • 2006: Biennale Dakar ( Sénégal)